Babyschlaf – Von (Ein-)Schlafproblemen und Sicherheitschecks

Schlaf Baby, schlaf – bitte!

Es gibt bei Eltern wohl kaum ein Thema, das so viele Nerven kostet, Googleanfragen verursacht und Gesprächsstoff gibt, wie der Schlaf des Babys. Ich bin zwar keine ausgewiesene Expertin auf dem Gebiet, aber habe mir einiges an Wissen zu dem Thema angeeignet und natürlich auch bereits meine eigenen Erfahrungen gemacht. Und weil das Thema so umfangreich ist und es wenig Sinn macht, alles in einen Blogpost zu quetschen, der dann endlos lang würde, wird es eine Reihe zum Thema Babyschlaf geben.

In diesem ersten Beitrag möchte ich euch einige Grundlagen und Hintergründe erklären, wieso Babys so schlafen, wie sie schlafen. Später erkläre ich euch auch einige Basics, wie man theoretisch dafür sorgen kann, dass das Baby gut (ein)schläft. Ich sage theoretisch, denn in der Praxis ist das natürlich oft eine andere Geschichte. Sprünge, Schlafregressionen, Krankheit und Zähnchen können dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machen. Und wenn ich eins durch den Austausch mit anderen Eltern gelernt habe, dann ist es, dass jedes Kind natürlich individuell ist. Daher gibt es logischerweise auch nicht DEN ultimativen Trick, der bei allen zum Erfolg führt. Auch hier gilt, wie so oft: Die Ausnahme bestätigt die Regel. Gerne erzähle ich euch aber auch, was bei uns bisher geholfen hat und aktuell hilft und was ihr evtl. auch mal ausprobieren könnt.

Kurz zu unserer Situation: Tatsächlich bin ich bzw. sind wir völlig blauäugig an das Thema Babyschlaf rangegangen. Wir hatten wirklich überhaupt GAR KEINE Ahnung davon. Klar hört man immer, dass man wegen Babys Schlaf selbst nicht mehr gut schlafen wird, aber dass das Ganze auch tagsüber zu einer absoluten Tortur werden kann und vor allem das Einschlafen in der Regel eine Herausforderung darstellt, wussten wir nicht. Man sollte sich natürlich nicht schon im Vorfeld verrückt machen und jeglichen Ratgeber wälzen, bevor das Kind überhaupt da ist. Denn schließlich kann man auch Glück haben und das eigene Baby schläft von Anfang an wunderbar, sodass gar nicht der Bedarf entsteht, etwas ändern zu wollen. Aber mehr als das ist es eben auch nicht: Glück. Die Eltern von solchen Babys machen nichts besser als die von den Babys, die eben nicht von Beginn an durchschlafen und keine Einschlafbegleitung brauchen. Dennoch gibt es einige Dinge, die, wenn man sie berücksichtigt, durchaus dazu beitragen KÖNNEN, dass das Einschlafen bei dem eigenen Kind besser läuft. Bei uns hat es definitiv geholfen, dass ich mich intensiv mit dem Thema beschäftigt habe. Sei es nur, weil man auch entspannter wird, wenn man weiß, dass es völlig normal ist, wenn das Baby durchaus manchmal auch sehr intensive Unterstützung beim (Ein-)Schlafen braucht. Aber auch andere Tipps haben dafür gesorgt, dass es bei uns dann deutlich besser lief als vorher. Und zwar ganz ohne Schlaftraining o.ä. sondern einfach durch mehr Aufmerksamkeit und ein Bewusstsein für die wichtigen Dinge. Und diese Tipps möchte ich natürlich mit euch teilen.

Eins ist mir noch wichtig zu sagen, bevor es losgeht. An erster Stelle sollte immer die Sicherheit eures Babys stehen! Daher wird es im nächsten Blogpost zunächst darum gehen, wie ihr eine möglichst sichere Schlafumgebung für euer Kleines schaffen könnt. And now – let’s go.


Babys schlafen anders als Erwachsene

Niemand schläft wirklich durch. Auch wir Erwachsenen nicht. Doch können wir uns nach einer guten Nacht nicht mehr daran erinnern, da wir in der Regel sofort weiterschlafen – schließlich müssen wir auch nicht um unser Leben fürchten. Hier liegt auch der Grund, wieso das bei Babys eben nicht der Fall ist. Warum Babys anders schlafen als Erwachsene wird grundsätzlich als in der Evolution begründet beschrieben. Ich möchte hier gar nicht in die Tiefe gehen, jedoch empfinde ich es als hilfreich, hier einige Basics zu kennen. Long Story short wachen Babys so oft und schnell wieder auf, um ihr Überleben zu sichern. Babyschlafexpert*innen sprechen hier von einem Sicherheitscheck, den die Kleinen machen. Sie überprüfen, ob noch alles so ist, wie als sie eingeschlafen sind. Ist das nicht der Fall, schlagen sie Alarm. Sie schreien. Sprich: Hat man sich aus dem Raum geschlichen, nachdem das Baby eingeschlafen ist und das Baby wacht auf oder aber es findet sich auf einmal im Bett vor, wo es doch eigentlich auf Mamas oder Papas Arm eingeschlafen ist, befindet sich das Kind beim Aufwachen in einer neuen Situation. Aber keine Panik, das legt sich mit der Zeit und irgendwann kann man die Kleinen problemlos ablegen oder muss beim Mittagsschlaf nicht mehr mit im Bett liegen bleiben.

Babys Schlafphasen

Euer Baby schläft tagsüber grundsätzlich nur 30 Minuten am Stück und ist dann wieder wach? Kenn ich, war bei uns auch seehr lange so, bzw. ist es an manchen Tagen immer noch (btw: unsere Tochter ist jetzt 7,5 Monate alt). Diese 30 Minuten sind in etwa die Zeit, die das Baby im REM-Schlaf (REM = Rapid Eye Movement) ist, also die Schlafphase, in der das Hirn die meisten Eindrücke verarbeitet. Dieses Schlafintervall ist daher auch besonders unruhig und der Schlaf eher leicht. Nach dem REM-Schlaf kommt dann im besten Fall der Tiefschlaf. Diesen Tiefschlaf erreichen die meisten Babys jedoch anfangs eher selten (zumindest tagsüber), da ihnen der Sicherheitscheck aufzeigt, dass Grund zur Unruhe besteht, weshalb sie dann auch so richtig aufwachen. Doch das ist völlig normal und liegt lediglich am Kind und ist von den Eltern kaum beeinflussbar. Deshalb sollte man sich auch nicht stressen. Und ich weiß, einem wird immer eingetrichtert, dass alles nur eine Phase ist, aber das ist es wirklich. Unsere Tochter hat, wie gesagt, sehr lange tagsüber immer nur 30 Minuten am Stück geschlafen. Mit einigen Ausnahmen macht sie mittlerweile aber einen Mittagsschlaf von 2 bis 3 Stunden. Der Knaller, oder? Und wisst ihr, was ich dafür getan habe? Rein gar nichts. Es ist einfach mit der Zeit gekommen. Natürlich gibt es aber dennoch einige Dinge, die man beachten kann, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass das Baby gut schläft und vor allem einschläft – organische Ursachen für Schlafschwierigkeiten einmal ausgenommen. Das Einschlafen lässt sich durch eine geeignete und individuelle Einschlafbegleitung meiner Meinung nach nämlich deutlich eher beeinflussen als der Schlaf an sich.

Auf das Alter kommt es an

Grundsätzlich ist es hilfreich zu wissen, dass es meist stark auf das Alter des Babys ankommt, wie oft und lange es schläft und wie gut das Einschlafen funktioniert. Und da kann es schon um einen Altersunterschied von wenigen Wochen gehen. In einem weiteren Blogbeitrag zu dieser Reihe werde ich genauer auf die jeweiligen Altersgruppen eingehen und erklären, wo die Unterschiede sind. Beispielsweise spielen hier Entwicklungsschübe und -sprünge sowie Schlafregressionen auch eine Rolle, die die beste Einschlafroutine über den Haufen werfen und den Schlaf eines Babys, das bisher traumhaft geschlafen hat, zum absoluten Albtraum werden lassen können.

Entwicklungsschübe, Sprünge, Schlafregression

In Babys erstem Lebensjahr gibt es gefühlt ständig eine Phase, in der nichts läuft, wie am Schnürchen. Das ist meistens der Fall, wenn sich das Kind in einem Entwicklungssprung befindet. Die Tage werden anstrengender, die Nächte unruhiger, der hart erarbeitete Rhythmus ist plötzlich wieder kaputt. Unter anderem schlafen Babys in dieser Zeit schlechter, brauchen mehr Körperkontakt und eine intensivere Einschlafbegleitung. Babys lernen in dieser Zeit besonders viele neue Dinge, die dann im Schlaf verarbeitet werden. Das sorgt für Probleme beim Ein- und Durchschlafen.

An die Zeit, als unsere Tochter 4 Monate alt war, erinnere ich mich noch besonders gut. Bis zu dieser Zeit hatten wir relativ ruhige Nächte. Sie kam alle 3 bis 5 Stunden und wollte trinken. Dazwischen hat sie ganz ruhig geschlafen. Auch das Einschlafen abends war kein Problem. Häufig konnten wir sie einfach hinlegen und bereits gehen, wenn sie noch wach war. Tagsüber war sie zumindest ruhig und schlief gut ein, wenn man sich mit ihr zusammen hinlegte. Irgendwann konnte man sich dann auch wegschleichen. Als sie dann 4 Monate alt wurde, ging es plötzlich drunter und drüber. Sie wachte nachts alle 2 Stunden auf zum Trinken und zwischendurch musste man ihr immer mal wieder den Schnuller wieder reinstecken. Das Einschlafen war ein absoluter Albtraum, sowohl tagsüber als auch abends. Zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits einiges zum Thema Babyschlaf gelesen, doch nichts half mehr. Also googelte ich erneut und stoß auf den Begriff „Schlafregression. Schlafregressionen gehen oft mit Entwicklungssprüngen einher und treten idR um den 4., 8., 12. und 18. Lebensmonat auf. Jackpot sag ich euch. Diese werden von enormen Schlafproblemen bestimmt, sowohl tagsüber als auch nachts. Von der Schlafregression sind aber übrigens nicht alle Kinder betroffen und auch die Entwicklungssprünge werden unterschiedlich intensiv wahrgenommen.

Jedoch ist es so, dass in solchen Phasen, ebenso in denen, wo Babys zahnen oder krank sind, meist die beste Einschlafroutine nichts mehr bringt. Es herrscht ein Ausnahmezustand. Und so schade es ist, aber in einer solchen Zeit kann man häufig nicht sonderlich viel tun, um den Schlaf positiv zu beeinflussen. Ein paar Dinge gibt es allerdings schon, die allen Beteiligten das Leben einfacher machen können, wenn man sie beachtet. Diese werde ich euch natürlich auch in einem Beitrag vorstellen.


Schon gesehen? Teil 2, 3 & 4 der Babyschlaf-Reihe:

(2) Sicherer Babyschlaf – Die richtige Schlafumgebung

(3) Babyschlaf: Basic Tipps bei (Ein-)Schlafschwierigkeiten im ersten Lebensjahr

(4) „Babyschlaf: Einschlafstrategien und Einschlafhilfen


Quelle: Babelli. Der Babyschlaf-Guide. 2020.

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