Babyschlaf: Basic Tipps bei (Ein-)Schlafschwierigkeiten im ersten Lebensjahr

Manchmal bewirken kleine Veränderungen ganz viel

Jedes Kind ist einzigartig. Auch, was die Schlafgewohnheiten & -rhythmen angeht sowie die Bedürfnisse der Einschlafbegleitung. Und außerdem gibt es da nochmal grundlegende Unterschiede je nach Alter. In diesem Blogpost gebe ich euch ein paar Basic Tipps mit auf den Weg, wie ihr mit ein paar kleinen Veränderungen und einem Bewusstsein für die wichtigen Dinge, die Einschlafsituation verbessern könnt. Schaut auch gerne bei den ersten beiden Beiträgen der Babyschlaf-Reihe rein. Im ersten Blogpost habe ich erklärt, wieso Babys so schlafen, wie sie schlafen und im zweiten Post geht’s um die ideale Schlafumgebung für euer Baby. Im vorerst letzten Teil der Reihe wird es dann um Einschlafstrategien und Einschlafhilfen gehen.

Schlafprobleme bei Babys können genauso weitreichend sein wie die jeweiligen Lösungsansätze.

  • Baby hat Probleme beim Einschlafen
  • Baby ist nachts für eine längere Zeit wach
  • Baby schläft nachts nicht lang genug
  • ….

Fangen wir mit ein paar Basic Tipps an, die auf jede Altersgruppe angewandt werden können. Im nächsten Blogpost gibt es dann noch einige Tipps je nach Alter und „Wesen“ des Babys.


„Problem“analyse

Schlafprotokoll führen

Ein Schlafprotokoll ist gut, um erst einmal herauszufinden, was der Grund sein könnte, wieso das Baby schlecht (ein)schläft. Die „Probleme“ können nämlich sehr unterschiedlich sein. Von „noch nicht müde genug“, über „Reizüberflutung“ bis hin zu „übermüdet“ kann alles dabei sein. In das Schlafprotokoll sollte man, über einen Zeitraum von etwa 2 Wochen, jedes Schläfchen des Babys eintragen sowie Schreiphasen und Fütterungszeiten. Dadurch lässt sich dann herausfinden, wodurch die (Ein-)Schlafprobleme entstehen. Wenn man einmal analysiert hat, wo die Probleme liegen, kann man auch gezielt ansetzen und beispielsweise eine ruhigere Schlafroutine einführen oder das Kind früher ins Bett bringen. Darauf werde ich im nächsten Blogbeitrag noch näher eingehen.

Ein kostenloses Schlafprotokoll findet ihr z.B. hier.

Den Schlaf tracken

Ich persönlich nutze seit der Geburt unserer Tochter eine App, in die man jegliche Aktionen und Ereignisse eintragen kann: EssenzielleDinge, für die es sich (zumindest anfangs lohnt) Buch zu führen, wie etwa Schlaf, volle Windel, Fütterung und Messungen (Größe & Gewicht) sowie gefühlt jeden Pups☺(Bauchlage, Spaziergang, Spielzeit, Massage, …). Außerdem kann man individuelle Notizen eintragen. Mittlerweile trage ich nur noch den Schlaf ein. Diese Tracking-App ist eine etwas abgespecktere Form eines Schlafprotokolls, aber auch durch diese Eintragungen lassen sich Erkenntnisse bzgl. der Schlafschwierigkeiten gewinnen.

Ich nutze diese App. Es gibt aber noch diverse andere dieser Art.

Übermüdung verhindern

Wachfenster im Auge behalten

Übermüdung ist ein sehr häufiger Grund, wieso Babys vor dem Schlafen extrem viel schreien und nur sehr schwer in den Schlaf finden. Mithilfe einer App (s.o.), in der man die Schlaf- und Wachphasen des Babys trackt, lässt sich dem vorbeugen. Weiter unten in diesem Beitrag habe ich eine Tabelle mit einigen Zeitangaben angelegt, auf die man grob achten sollte, damit das Baby nicht übermüdet. Übermüdung hat übrigens nicht nur negative Auswirkungen auf das Einschlafen, sondern auch auf den Schlaf an sich. Permanent übermüdete Kinder haben nachts oft Wachphasen.

Auf Müdigkeitsanzeichen achten

Eine weitere Strategie um Übermüdung zu verhindern ist auf Müdigkeitsanzeichen zu achten. Die liebe Lisa, „zert. Schlafberaterin für Babys und (Klein-)Kinder“ sowie Mama von zwei Kindern, hat auf ihrer Instagram-Seite schlafberatungsmitherz eine tolle Tabelle geteilt, in der sie die Anzeichen eines müden bzw. einen übermüdeten Babys gegenübergestellt hat.

Einschlafritual

Ein geeignetes Einschlafritual ist das A und O. Routine gibt Babys Sicherheit, was ihnen dabei hilft, sich zu entspannen. Wenn das Baby etwa 6 bis 8 Wochen alt ist, kann man damit starten. Zudem lernt das Baby so, dass es Zeit für’s Bett ist, sobald das Einschlafritual durchgeführt wird.

Ideen für Einschlafrituale:

  • Babymassage, Bad
  • Wickeln
  • Schlafanzug & Schlafsack anziehen
  • Zähneputzen (bei älteren Babys)
  • Verdunkeln des Schlafzimmers
  • Wiegen, Kuscheln
  • Gute Nacht Lied/ leise Musik/ Spieluhr
  • Stillen
  • Vorlesen

Welches Ritual ihr für euch und euer Baby einführen wollt, bleibt euch überlassen. Hier gibt es kein Richtig oder Falsch. Nur eins ist dabei wichtig zu beachten: Man sollte kein superaufwendiges Einschlafritual einführen, das man dann nicht bereit ist, regelmäßig umzusetzen. Außerdem sollte Anspannung und Aufregung vermieden werden.

Wachfenster, Schlafdauer & Schlafenszeit

Kleiner Reminder vorweg: Jedes Kind ist individuell. Es gibt Langschläfer und Frühaufsteher unter ihnen. Solche, die verhältnismäßig viel Schlaf brauchen und solche die wenig Schlaf brauchen. Die hier gelisteten Angaben sind reine Durchschnittswerte. Sie sollen lediglich eine Orientierung geben. Grundsätzlich sollte das Baby immer so viel Schlaf bekommen, wie es braucht.

0-8 Wochen

  • Wachfenster: Max. 45-60 Minuten
  • Dauer Tagschläfchen: jeweils 30 Min. – 3h
  • Nachtschlaf ab: 22-23 Uhr

2-3 Monate

  • Wachfenster: Max. 90 Minuten
  • Dauer Tagschläfchen: jeweils 2h
  • Nachtschlaf ab: 20-22 Uhr

3-6 Monate

  • Wachfenster: Maximal 2 Stunden
  • Dauer Tagschläfchen: Jeweils 30 Min – 2h
  • Nachtschlaf ab: 19-20:30 Uhr

6-9 Monate

  • Wachfenster: Ca. 3 Stunden
  • Dauer Tagschläfchen: Jeweils 1-2h
  • Nachtschlaf ab: 19-20:30 Uhr

9-12 Monate

  • Wachfenster: Max. 3-4 Stunden
  • Dauer Tagschläfchen: Jeweils 1-2h
  • Nachtschlaf ab: 19-20:30 Uhr

Auf die Wachfenster und Müdigkeitsanzeichen zu achten ist tatsächlich mein ganz persönlicher Top-Tipp. Seitdem wir das machen, haben wir deutlich weniger Probleme. Allerdings bedarf es in der Zeit, in der ein Baby die Anzahl der Nickerchen reduziert und dadurch die Wachfenster ausdehnt, oftmals mehrerer Anläufe (hier sollte man dann hauptsächlich auf Müdigkeitsanzeichen achten). Daraus ergibt sich dann auch der letzte Basic Tipp bei Einschlafschwierigkeiten.

Es zu einem späteren Zeitpunkt versuchen

Manchmal, wenn die Einschlafbegleitung nicht zum Ziel führt, reicht es aus, das Kind wieder aus dem Bett zu holen und es 15 bis 20 Minuten später einfach nochmal zu versuchen.


Schon gesehen? Teil 1, 2 & 4 der Babyschlaf-Reihe:

(1) „Babyschlaf – Von (Ein-)Schlafproblemen und Sicherheitschecks

(2) „Sicherer Babyschlaf – Die richtige Schlafumgebung

(4) „Babyschlaf: Einschlafstrategien und Einschlafhilfen


Quellen:

Babelli. Der Babyschlaf-Guide. 2020.

Will, Lisa [@schlafberatungmitherz]. 2022. [Instagram]

Aubrie DeBear, Psy.D. [@BabySleepDr]. 2022. [Instagram]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: